Der Ohrwurm II
Ein guter Ton ist für eine erzählte Filmgeschichte heute sehr wichtig. Manche Filmschaffende behaupten sogar, das der gute Filmton 50% der Geschichte ist. Umso unverständlicher ist, das die meisten Filmamateure nur mit den vom Hersteller verbauten Mikrofonen in ihrem Camcorder arbeiten. Klar, einen extra Tonmann wie beim professionellen Filmteam vom Fernsehen kann und will er sich nicht leisten. Und ein Sennheiser Richtmikrofon wie es bei allen TV-Stationen der Standart ist, kostet mit Windkorb schon soviel wie seine gesamte Filmausrüstung.
In meiner Sony HC1 werkelt zwar schon ein eingebautes Stereo-Mikrofon vor sich hin, aber zur hochauflösenden HD Bildqualität passt der im Klang sehr nasale Ton nicht dazu. Die Sony Techniker mussten einen Kompromiss zwischen Klangqualität und Geräuschentwicklung vom Laufwerk und Zoommotor finden. Herausgekommen ist ein leiser, von jeglicher Tiefenstaffelung befreiter Originalton, der auch nicht richtig Stereo ist, dazu ist der Abstand der original Mikrofonkapsel von links nach rechts zu eng ausgefallen. Erschwerend kommt noch eine extreme Windgeräuschempfindlichkeit dazu, eigentlich ein fauler Kompromiss der leider auch in anderen Camcorder anzutreffen ist.
Dieses steckbare Ohrmikrofon ergibt einen phantastischen Höreindruck bei der Wiedergabe, als sei der Zuschauer selbst im Aufnahmeraum anwesend. Sogar die sonst beim Abhören von Stereoaufnahmen über Kopfhörer als lästig empfundene Im-Kopf-Lokalisation der Schallquelle ist verschwunden.
Naturaufnahmen klingen mit dem Ohrwurm, wie wenn man es im Freien hören würde, man kann selbst feinste Details scharf hören, das richtige HighDef Mikrofon für einen hochauflösenden Videofilm. Der Ohrwurm ermöglicht auch ein sehr natürliches Entfernungshören, verbunden mit einem natürlichen Halleindruck. Unbeschreibbar eine Aufnahme am Meer, dessen Brandungsgeräusch höchst realistisch bei guten Lautsprechern abgebildet wird. Bedingung dabei ist aber immer, das der Kopf auch in der Richtung gehalten wird, in der auch die Kamera aufnimmt, sonst passt der Ton nicht mehr richtig zum Bild.
Die Idee
Der Ohrwurm II ist mit seinem Leichtgewicht von 19 Gramm (!) problemlos über Stunden bequem zu Tragen, auch für Brillenträger! Beide Ohrwurm-Bügel werden jeweils links und rechts auf das Ohr gesteckt und die Hände bleiben so frei für die Kamerabedienung oder für das MD/MP3/ Aufzeichnungsgerät. Der Ohrwurm II besitzt zwei Schallkanäle, der erste nimmt über Schlitze den direkten Schall Kugelförmig auf und über den zweiten Schallkanal den indirekten Schall, dieser erzeugt über die menschliche Ohrmuschel die Räumliche Tiefenstaffelung. Damit optimiert der Ohrwurm II auch ein 5.1 Abspielen über einen Klangprocessor wie er inzwischen in jedem AV -Verstärker integriert ist.
Die eigentliche Mikrofonkapsel ist eine Subminiatur-Referenzkapsel, die als Ersatzteil aus einem hochwertigen digitalen Akustikmessgerät stammt und sich bei 20 bis 20.000 Hz superlinear verhält. In der Schallkammer im Ohrwurm, sorgt ein spezieller Windschutzschaum für einen guten Klang auch bei etwas Wind, für Aufnahmen am Meer oder im Sturm ist noch einen passender externer Stereo-Windschutz lieferbar.
Der Anschluss
Der Ohrwurm II besitzt an seinem ca. 1 m langem Anschlusskabel einen üblichen 3,5mm Klinkenstecker. Hat das Aufzeichnungsgerät an der Mikrofonbuchse eine Mikrofonspannung von 1,65 bis 10 Volt, dann kann der Ohrwurm II direkt an das Gerät angeschlossen werden. Das ist bei jeder Sonykamera (von HI8 an aufwärts) oder auch bei vielen MD oder Waverekorder (Edirol) der Fall.
Sony Camcorder brauchen den Ohrwurm Typ B, ansonsten wird das Mikrofon an der externen Mikrofonbuchse nicht von allen Sony Camcorder erkannt.